ABUS Smiley 3.0 im Test: Kinderhelm mit Zopf-Oeffnung

Der ABUS Smiley 3.0 ist ein Fahrradhelm speziell für Kinder, der die tiefe Passform des Erwachsenenmodells auf kleinere Köpfe überträgt. Er deckt Wange, Schläfe und Hinterkopf großzügig ab und bleibt dabei so leicht, dass Kinder ihn über längere Fahrten hinweg tragen, ohne ihn ständig zurechtrücken zu wollen.
Gebaut ist der Helm im In-Mold-Verfahren, bei dem die Außenschale und das stoßdämpfende EPS-Material direkt miteinander verschmolzen werden. Dadurch bleibt der Helm insgesamt leicht, ohne an Stabilität zu verlieren, ein Punkt, der gerade bei Kindern wichtig ist, die den Helm über Stunden tragen sollen.
Für den Alltag auf dem Schulweg oder bei Ausflügen bringt der Smiley 3.0 zusätzliche Details mit: eine Aussparung für Zopf und Haargummi, ein Insektenschutznetz sowie einen reflektierenden Sticker für bessere Sichtbarkeit in der Dämmerung.
Die Daten im Überblick
| Modell | ABUS Smiley 3.0 |
|---|---|
| Kopfgröße | 50 bis 55 Zentimeter (Größe M) |
| Gewicht | 240 Gramm |
| Prüfnorm | EN 1078:2012+A1:2012 |
| Bauweise | In-Mold-Verfahren, EPS direkt in die Außenschale eingeschäumt |
| Verstellsystem | Zoom Spin, Drehrad am Hinterkopf |
| Zopf-Öffnung | Vorhanden für Langhaarfrisuren |
| Zusatzausstattung | Insektenschutznetz, reflektierender Sticker, Flap Divider, waschbare Polster |
Werte nach den Angaben von ABUS.
Wie die In-Mold-Bauweise den Helm leicht und stabil macht
Bei der In-Mold-Fertigung wird das stoßdämpfende EPS-Material direkt in die dünne Außenschale eingeschäumt, statt beide Teile nachträglich zu verkleben. Das Ergebnis ist eine feste Verbindung ohne zusätzliche Klebeschicht, die sowohl Gewicht spart als auch die Stoßdämpfung gleichmäßiger über die gesamte Helmfläche verteilt.
Mit 240 Gramm liegt der Smiley 3.0 in einem Bereich, den Kinder über einen längeren Schulweg tragen können, ohne dass der Nacken ermüdet. Gerade bei jüngeren Kindern macht sich ein geringes Gewicht schneller bemerkbar als bei Erwachsenen, weil die Nackenmuskulatur noch nicht so kräftig ausgebildet ist.
Für jüngere Geschwister, die noch nicht selbst fahren, aber mitkommen sollen, führt der Weg statt über den Helm über einen Anhänger, einen Überblick geeigneter Modelle gibt der Test der Kinderfahrradanhänger.
Das Zoom-Spin-Verstellsystem und die Zopf-Öffnung
Das Zoom-Spin-Verstellsystem sitzt als Drehrad am Hinterkopf und erlaubt es, den Innenring des Helms stufenlos an den Kopfumfang anzupassen. Damit lässt sich der Helm auch über mehrere Jahre hinweg an ein wachsendes Kind anpassen, solange der grundsätzliche Größenbereich noch passt.
Eine Besonderheit ist die Aussparung im Verstellsystem, die speziell für Zopf und Haargummi gedacht ist. Kinder mit langen Haaren müssen den Zopf dadurch nicht auflösen oder umständlich zur Seite legen, um den Helm richtig zu schließen, was den Helm im Alltag deutlich praktischer macht als Modelle ohne diese Aussparung.
Insektenschutznetz und reflektierender Sticker
Das Insektenschutznetz an den Lüftungsöffnungen hält Fliegen und andere Insekten während der Fahrt vom Kopf fern, ein kleines Detail, das besonders im Sommer und bei Fahrten durch Wald oder Feld einen spürbaren Unterschied macht. Kinder lassen sich dadurch seltener von summenden Insekten ablenken.
Der reflektierende Sticker am Helm verbessert die Sichtbarkeit in der Dämmerung und bei schlechten Lichtverhältnissen, etwa auf dem winterlichen Schulweg. In Kombination mit heller oder reflektierender Kleidung trägt das dazu bei, dass Autofahrer Kinder auf dem Fahrrad früher erkennen.
Flap Divider und waschbare Polster
Der Flap Divider ist eine kleine Vorrichtung, die die Gurtbänder am Kinn sauber getrennt hält und verhindert, dass sie sich beim Anlegen verdrehen. Für Kinder, die den Helm noch selbstständig anlegen üben, macht das den Verschluss deutlich einfacher, weil die Bänder nicht erst entwirrt werden müssen.
Die Innenpolster lassen sich herausnehmen und waschen, was bei einem Helm, der regelmäßig getragen wird und dabei ins Schwitzen kommt, ein praktischer Vorteil ist. Statt den ganzen Helm zu reinigen, reicht es, die Polster separat zu waschen und anschließend wieder einzusetzen.
Größenwahl und richtiger Sitz
Der Kopfumfang sollte vor dem Kauf mit einem weichen Maßband gemessen werden, am besten knapp oberhalb der Augenbrauen und über den Ohren, wo der Helm später aufliegt. Nur innerhalb des angegebenen Bereichs von 50 bis 55 Zentimetern kann das Zoom-Spin-Verstellsystem den Helm so straffen, dass er weder verrutscht noch drückt.
Ein richtig sitzender Helm bewegt sich kaum, wenn das Kind den Kopf schüttelt, und der Kinnriemen lässt sich so einstellen, dass gerade noch zwei Finger flach darunter passen. Zu locker eingestellte Riemen mindern die Schutzwirkung selbst dann, wenn der Helm an sich die richtige Größe hat. Es lohnt sich, die Einstellung nach den ersten Fahrten noch einmal zu kontrollieren, da sich Riemen und Verstellrad in der Anfangszeit gelegentlich leicht verstellen, bis sich alle Komponenten eingespielt haben.
Wo der Smiley 3.0 an Grenzen kommt
Dafür
- Nur 240 Gramm Gewicht für langes Tragen ohne Ermüdung
- Tiefe Passform mit gutem Schutz an Schläfe und Hinterkopf
- Zopf-Öffnung im Verstellsystem für Kinder mit langen Haaren
- Insektenschutznetz an den Lüftungsöffnungen
- Herausnehmbare und waschbare Innenpolster
Dagegen
- Kopfgrößenbereich von 50 bis 55 Zentimetern deckt nur Größe M ab, größere Köpfe brauchen ein anderes Größenmodell
- Kein integriertes Licht, wie es die LED-Variante der gleichen Baureihe bietet
- Reflektierender Sticker statt vollflächiger reflektierender Fläche
- Insektenschutznetz vor den Lüftungsöffnungen verringert den Luftdurchsatz an warmen Tagen
- Zoom-Spin-System ist ein Drehrad, kein automatisch anpassendes System
Die Einschränkungen betreffen vor allem Zusatzfunktionen, die ABUS in benachbarten Modellen der gleichen Baureihe anbietet, etwa Licht oder größere reflektierende Flächen. An der grundsätzlichen Schutzfunktion und der kindgerechten Passform ändert das nichts.
Passt der Smiley 3.0 zu dir?
Ja, wenn
- dein Kind einen Kopfumfang von 50 bis 55 Zentimetern hat
- dir eine tiefe Passform mit gutem Schutz an Schläfe und Hinterkopf wichtig ist
- dein Kind lange Haare trägt und einen Zopf durch die Öffnung führen muss
- du einen leichten Helm für den täglichen Schulweg suchst
Nein, wenn
- dein Kind einen deutlich kleineren oder größeren Kopfumfang hat
- du ein integriertes Licht direkt am Helm erwartest
- du eine großflächige reflektierende Fläche statt eines einzelnen Stickers suchst
- du ein automatisch anpassendes Verstellsystem statt eines Drehrads bevorzugst
Für den täglichen Weg zur Schule oder zum Kindergarten deckt der Smiley 3.0 mit seiner tiefen Passform, dem geringen Gewicht und der Zopf-Öffnung die wichtigsten Anforderungen ab. Wer zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie ein Licht sucht, findet das in den erweiterten Varianten der gleichen Reihe.
Pflege und Haltbarkeit im Alltag
Da sich die Innenpolster herausnehmen und waschen lassen, bleibt der Helm auch nach vielen schweißtreibenden Fahrten hygienisch nutzbar. Die Außenschale selbst lässt sich mit einem feuchten Tuch abwischen, aggressive Reinigungsmittel sind dabei nicht nötig und würden das Material eher angreifen als reinigen.
Wie bei jedem Fahrradhelm gilt: Nach einem stärkeren Sturz sollte der Smiley 3.0 ausgetauscht werden, selbst wenn keine äußeren Schäden sichtbar sind. Das EPS-Material in der Schale ist auf einmaligen Aufprallschutz ausgelegt und verliert seine dämpfende Wirkung nach einem harten Stoß, auch wenn die Außenschale optisch unversehrt wirkt.
Drei Alternativen, die sich lohnen zu vergleichen
ABUS Smiley 3.0 LED: mit integrierter Rückleuchte
Der Smiley 3.0 LED teilt sich die grundlegende Passform und die In-Mold-Bauweise mit dem Standardmodell, bringt aber eine integrierte LED-Rückleuchte mit, die die Sichtbarkeit bei Dämmerung und in der dunklen Jahreszeit zusätzlich verbessert. Damit muss kein separates Rücklicht am Fahrrad oder Rucksack angebracht werden.
Für Familien, die viel in den Wintermonaten oder in der Dämmerung unterwegs sind, kann diese fest verbaute Beleuchtung ein sinnvolles Extra sein, das über den reflektierenden Sticker des Standardmodells hinausgeht.
Wer ohnehin schon ein gut sichtbares Fahrrad mit eigener Beleuchtung nutzt, kommt mit dem Standardmodell und seinem reflektierenden Sticker in der Regel ebenfalls gut zurecht.
ABUS Smiley 3.0 ACE LED: Licht und Platz für den Zopf kombiniert
Der Smiley 3.0 ACE LED verbindet die Zopf-Öffnung des Standardmodells mit einer integrierten Beleuchtung und richtet sich damit an Kinder, die beides gleichzeitig brauchen: Platz für lange Haare und zusätzliche Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Die Passform bleibt dabei tief und deckt Schläfe und Hinterkopf ebenso ab wie das Standardmodell.
Für Familien, die Wert auf maximale Sichtbarkeit legen, ohne bei der kindgerechten Passform Abstriche zu machen, ist die ACE-LED-Variante eine konsequente Kombination aus beiden Anforderungen.
Der Unterschied zum Standardmodell liegt im Wesentlichen in der zusätzlichen Beleuchtung, die restliche Bauweise und die Sicherheitsprüfung bleiben innerhalb der Baureihe gleich.
ABUS Smiley 2.0: die Vorgängergeneration
Der Smiley 2.0 ist die Vorgängergeneration des Smiley 3.0 und richtet sich ebenfalls an Mädchen und Jungen, die einen robusten Kinderhelm für den Alltag brauchen. Er verzichtet auf einige der Detaillösungen der neueren Generation, etwa den Flap Divider, bleibt in der Grundkonstruktion als In-Mold-Helm mit Drehverschluss aber vergleichbar.
Für Eltern, die ein bewährtes, einfacheres Modell aus der gleichen Marke suchen, ist der Smiley 2.0 eine Option, die sich vor allem durch den reduzierten Funktionsumfang vom aktuellen Modell unterscheidet.
Wer die neuesten Detaillösungen wie den Gurtbandverteiler oder die aktuelle Verstelltechnik nutzen möchte, greift dagegen zum Smiley 3.0.
Häufige Fragen zum ABUS Smiley 3.0
Für welchen Kopfumfang ist der ABUS Smiley 3.0 gedacht?
Die getestete Größe M des Smiley 3.0 deckt laut Hersteller einen Kopfumfang von 50 bis 55 Zentimetern ab. Vor dem Kauf lohnt es sich, den Kopfumfang des Kindes vorher genau auszumessen, da der Helm nur innerhalb dieses Bereichs richtig sitzt.Wie viel wiegt der Smiley 3.0?
Der Helm wiegt laut Herstellerangabe 240 Gramm. Das geringe Gewicht ist besonders bei jüngeren Kindern spürbar, deren Nackenmuskulatur noch nicht so kräftig ausgebildet ist wie bei älteren Kindern oder Erwachsenen.Nach welcher Norm ist der Smiley 3.0 geprüft?
Der Smiley 3.0 ist nach EN 1078:2012+A1:2012 geprüft, der Norm für Helme für Radfahrer sowie Nutzer von Skateboards und Inline-Skates. Diese Norm regelt unter anderem die Stoßdämpfung und die Festigkeit des Verschlusssystems.Eignet sich der Helm für Kinder mit langen Haaren?
Ja, das Verstellsystem des Smiley 3.0 hat eine eigene Aussparung für Zopf und Haargummi. Dadurch muss der Zopf beim Anlegen des Helms nicht aufgelöst oder zur Seite gelegt werden.Was bewirkt das Insektenschutznetz am Helm?
Das Netz an den Lüftungsöffnungen hält laut Hersteller Fliegen und andere Insekten während der Fahrt vom Kopf fern. Das ist vor allem bei Fahrten durch Wald, Feld oder in den Sommermonaten spürbar.Fazit zum ABUS Smiley 3.0
Der Smiley 3.0 verbindet ein geringes Gewicht von 240 Gramm mit einer tiefen, kindgerechten Passform und praktischen Alltagsdetails wie der Zopf-Öffnung und dem Insektenschutznetz. Die In-Mold-Bauweise sorgt für eine feste Verbindung von Außenschale und Dämmmaterial, geprüft ist der Helm nach EN 1078:2012+A1:2012. Wer zusätzlich integrierte Beleuchtung möchte, findet das in den LED-Varianten der gleichen Baureihe, für den klassischen Schulweg ohne zusätzliches Licht ist der Smiley 3.0 bereits vollständig ausgestattet.
